Was sich in den letzten Stunden zusammenbraut, ist mehr als nur ein gewöhnlicher Wintereinbruch. Behörden und Meteorologen sprechen von einer ernsten Gefahrenlage, wie sie seit Jahren nicht mehr erlebt wurde. Mit einer Kombination aus heftigem Schneefall, Eisregen und extremen Minustemperaturen steuert Deutschland auf eine Wetterlage zu, die nicht nur den Verkehr lahmlegt, sondern auch die Versorgungssicherheit und den Alltag von Millionen Menschen bedrohen könnte.
Nicht umsonst wird eine extreme Warnung ausgesprochen Alle wichtigen Infos findest du im ersten
Alarmstufe Rot – die Warnung schlägt ein
Mitten in der Nacht veröffentlichte der DWD eine aktualisierte Unwettermeldung: Tief „Elli“ zieht von Westen heran, bringt flächendeckend Schneefall bis zu 40 cm und gebietsweise gefrierenden Sprühregen. Besonders betroffen sind Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und die Küstenregionen, wo Schneeverwehungen die Sicht auf nahezu null reduzieren.
Zugleich steigt die Frostgrenze in ungewohnte Höhen – selbst Hamburg und Bremen sollen bis Freitagmorgen zweistellige Minusgrade spüren. Bereits kurz nach Bekanntgabe meldeten erste Leitstellen mehr als 200 Witterungs-Unfälle.
Verkehrschaos auf Straßen und Schienen
Autobahnen A1
und A2 wurden in der Morgendämmerung mehrfach gesperrt, weil Lkw an vereisten Steigungen hängen-blieben. Auf der A 44 bei Dortmund kam es zu einer Massenkarambolage mit über 30 Fahrzeugen, Rettungskräfte sprechen von „Eis wie Schmierseife“.
Auch die Deutsche Bahn zieht die Notbremse: Fernzüge zwischen Köln, Hannover und Berlin fallen bis Samstag aus, Regionalbahnen fahren nur noch in „Inselbetrieb“. Reisende sollen Übernachtungen einplanen – Hotels in vielen Städten waren gegen Mittag bereits ausgebucht.
Unterrichtsausfall und Homeoffice-Notlösung
In Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Teilen Schleswig-Holsteins riefen Landkreise den „Schnee-Notfallplan“ aus: Präsenzunterricht entfällt, Distanzunterricht wird improvisiert. Allein in Hannover bleiben 173 Schulen zu, auch Kindertagesstätten bieten nur Notgruppen an.
Unternehmen verlagern Aktivitäten ins Homeoffice – wer kann, lässt die Firmenwagen stehen. Kurierdienste warnen vor Verzögerungen, Supermärkte ordern Extra-Lieferungen, um leere Regale zu verhindern.
Experten schlagen Alarm – Prognosen eskalieren
Wetteranalysten verweisen auf eine sogenannte „Omega-Block“-Konstellation: Die Warmluft aus Südwest staut sich, während arktische Kaltluft von Osten hereinstromt. Treffen beide Luftmassen frontal aufeinander, droht großflächiger Eisregen – eine gefährliche Kombination, die ganze Stromleitungen vereisen kann.
Dr. Anna Brandt vom Climate Hazard-Centre spricht von „einer der markantesten Winterlagen seit 2010“ und rät, Batterien, Kerzen und Trinkwasser vorzuhalten. Erste Netzbetreiber aktivieren Krisenstäbe, um mögliche
Stromausfälle in Mittelgebirgen vorzubereiten.
Der Kern der Unruhe – Lebensgefahr durch „doppeltes Risiko“
Zum einen könnten vereiste Oberleitungen nicht nur Züge lahmlegen, sondern auch großflächige Blackouts auslösen – ein Szenario, das Erinnerungen an das Münsterländer Schneechaos 2005 weckt. Zum anderen warnt das Robert-Koch-Institut vor Unterkühlungs- und Unfallgefahr: Bei Minusgraden, Windböen bis 100 km/h und Null-Sicht verlieren Fußgänger Orientierung, stecken fest und kühlen rasch aus.
Die Kombination aus möglichen Stromausfällen und der Unmöglichkeit, Rettungswege schnell zu räumen, lässt Behörden von „ernster Gefahrenlage“ sprechen. Darüber hinaus warnen Förster vor Astbruch und Windwurf, die Wälder zu lebensgefährlichen Zonen machen.
Handeln statt hoffen – so schützt man sich jetzt
Behörden empfehlen, Reisen auf kommende Woche zu verschieben, Fahrzeuge aufzutanken und Notfall-Sets bereitzulegen. Wer auf Medikamente angewiesen ist, sollte Vorräte prüfen; Heizungen sollten nicht ganz abgeschaltet werden, um Rohrbrüche zu verhindern.
Gleichzeitig geben Meteorologen vorsichtige Hoffnung: Ab Sonntag deutet sich ein milderes Atlantik-Intermezzo an, das Schnee und Eis langsam zurückdrängen könnte. Bis dahin gilt jedoch: drinnen bleiben, Ruhe bewahren – und die Warn-Apps laut gestellt lassen.














